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Gute Vorsätze - schnell dahin?

Schluss mit SMARTEN Zielen!

Susanne Polewsky |


 

Gute Vorsätze gehören zum Jahreswechsel wie der Schnee zum Winter. Leider schmelzen sie meist ähnlich schnell dahin. Das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM) bietet einen interessanten Ansatz, wie es doch klappen könnte.

 

 

 

„SMART“ allein genügt nicht!

 

Die Psychologin Maja Storch hat untersucht, woran Verhaltensänderungen scheitern. Die meisten von uns gehen ihre persönlichen Änderungsabsichten an wie klassisches Projektmanagement, mit Etappen und Meilensteinen: „Ich will bis zum Termin X so viel abgenommen haben!“ Bei solchen konkreten, spezifisch messbaren Zielen wird allerdings ein Bereich des Gehirns aktiviert, der eher mit negativen Gefühlen verbunden ist.

 

 

 

Das "Würmli" will Gehör!

 

Für eine dauerhafte Veränderung braucht es aber (wissen wir eigentlich längst!) positive Gefühle. Das liegt daran, dass sich Emotionen und Vernunft so zueinander verhalten wie Hase und Igel: Unser Hirn verarbeitet emotionale Reize viel schneller als kognitive. Damit sind unsere Gefühle immer „Erster!“, immer schon da, und bestimmen so unser Handeln. Diese schnellen affektiven Reaktionen unseres Stammhirns vor aller Rationalisierung nennt Storch das „Würmli“. Ihre Botschaft: Echte Veränderungen schafft nur, wer auch seinem Würmli gerecht wird. Was also tun?

 

 

 

Ziele, die inspirieren …

 

Nur Ziele, die positive Emotionen antriggern, werden auch handlungswirksam. Diese Ziele sind aber eben nicht konkret und „smart“, sondern allgemeine „Haltungsziele“. Sie sind situationsübergreifend, gelten dauerhaft und zeichnen sich durch ein Motto aus. Statt des Abnehm-Ziels von oben könnte das z.B. sein: „Ich bin leicht wie eine Feder!“ Ein solches Mottoziel führt idealerweise zu einem anderen Sein. Lästiges Kalorien- und Kilozählen fällt weg!

 

Selbst formulierte Mottoziele fühlen sich gut an. Das lässt sich an sog. „somatischen Markern“ überprüfen, einer Mischung von Körperempfinden und Gefühl. Bei attraktiven Zielen reagiert der Körper positiv, z.B. mit leuchtenden Augen oder einem Kribbeln im Bauch. Das zeigt, auch das „Würmli“ ist glücklich.

 

 

 

Und dann: Handeln!

 

Damit wir es „über den Rubikon“ schaffen, in diesem Fall vom Wunsch zur Umsetzung, braucht es Unterstützung, insbesondere für schwierige Situationen. Neben dem inspirierenden Motto können das Erinnerungshilfen sein, die uns begleiten und immer wieder erinnern und stimulieren: der Bildschirmschoner, ein Talisman oder ein Musikstück unserer Wahl. Zusätzlich helfen verstärkte Selbstwahrnehmung (Was tut mir gut?), Gespräche mit anderen (das Motto „verkünden“!) und die Antizipation von Stresssituationen („Was tu‘ ich, wenn …?“).

 

In diesem Sinne mein Motto (nicht nur) für 2015: Gelassen, entspannt und aktiv!
Uns allen einen guten Start ins neue Jahr!

 

Wer es genauer wissen will, findet auf der Seite des Zürcher Ressourcenmodells Hinweise auf wissenschaftliche und populäre Literatur zum Selbstmanagement. Und bei Youtube demonstriert ein netter Zeichentrickfilm das Würmli-Prinzip.

 

Die Streichhölzer sind ein Kunstobjekt unseres Nachbarns Hans Panschar - im Original fast einen Meter lang, hier leicht verfremdet.

 

 

Mail an die Autorin: polewsky@wup.info