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Wieder: Türken vor Wien?

„Arabische“ Rezepte - ein Nachtrag zur Flüchtlingsthematik

Hermann Will |


 

Warum vor dem „Islam“ Angst haben? Ich war in der Türkei, in Ägypten, Kaschmir, Marokko, Nigeria, Indonesien, im Jemen und vor langer Zeit fast Unesco-Mitarbeiter in Afghanistan (der Krieg dort durchkreuzte das). In diesen Ländern ist vieles anders. Aber deshalb Angst haben?

 

 

Politisch essen

 

Politik steckt auch im Kleinen. Inspiriert vom Containerdorf und dem aktiven Helferkreis hier in Berg haben wir „arabische“ Rezepte ausprobiert. Eines finden Sie hier – und zwar eines, von dem nicht nur bayrische Fleischplanzl (Frikadellen / Buletten) eine ganze Menge lernen könnten.

 

 

„Kofta B’siniyah“

 

Fasziniert haben mich die vielen würzenden Zutaten: Pinienkerne, Petersilie, Chilischoten, Zimt, Piment, Muskatnuss, Kumin, frische Minze und einiges mehr nach Lust und Laune. Dazu kommen Lamm- oder Rinderhack, Zwiebel, Knoblauch, Salz und Pfeffer.

 

So wird’s gemacht: Die Hackfleischröllchen in der Pfanne 6 Minuten rundum anbraten (halbgar). Im Anschluss oder später im Bratrohr 2 bis 4 Minuten fertig garen. Dazu gibt es eine Sesamsauce: Tahini, Zitrone, Knoblauch, Öl. Und als add-on Pinienkerne und Petersilie.

Dieses Rezept steht im Kochbuch „Jerusalem“ von Ottolenghi & Tamimi (Deutsch bei Dorling Kindersley). Gerne maile ich das Rezept im Detail und weitere leckere aus anderen "Orient"-Kochbüchern.

 

 

Das ändert die Welt nicht – aber …

 

Auch übers Essen lernt man fremde Kulturen kennen: Diese bayrisch-arabische Kochsymbiose setzt auf Verständigung. Und vielleicht lindert das die Sorge, dass morgen schon wieder die Türken vor Wien stehen.

 

 

Mail an den Autor: will@wup.info